In der realen Welt war Trylon ein Turm. Ein Turm aus Stahl und Beton, von 185 Meter Höhe. Ein weißer Turm mit dreieckiger Basis, erbaut anlässlich der New Yorker Weltausstellung von 1939. Eine Landmarke, ein Blickfang ohne Funktion, dynamisch, kräftig, männlich. Dieser Turm war ein Symbol. Er teilte den Himmel in zwei und proklamierte die Überlegenheit der menschlichen Gattung. Er war ein Monument für den technischen Fortschritt, eine Huldigung an die Überwindung der Schwerkraft und an die Eroberung des Luftraums. Der Trylon, also ein triangular pylon, war die entgegengesetzte Form zur benachbarten Perisphere, einem breiten und begehbaren sphärischen Körper, der eine didaktische Ausstellung beherbergte. Die aggressive Spitze des Trylons und die weiche Rundung der Perisphere waren die zwei Symbole der Weltausstellung.

Die Perisphere und der Trylon wurden auf dem Höhepunkt des Modernismus, kurz vor der größten Katastrophe des Jahrhunderts, errichtet. Im ersten Jahr des zweiten Weltkriegs wurden sie beide vollständig abgebaut.

 

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In der anderen Welt ist trylon das Online-Magazin für Kunst – und darüber hinaus. trylon ist das regionale Feuilleton mit Schwerpunkt auf die junge, rheinländische Kunstszene. Im Bereich der zeitgenössischen Kunst füllt trylon die journalistische Lücke, die die Print-Medien nicht mehr okkupieren können und wollen. trylon berichtet über die neuesten Ausstellungen in Galerien und in Off-Spaces und kommentiert die künstlerische Aktualität der Region. Reviews und Ausstellungsbesprechungen erscheinen in loser Reihe, mehrmals pro Woche.

Dabei will trylon nicht nur informieren. Es will vielmehr den Kunstdiskurs anregen und die Arbeit der Künstler, Galeristen und freien Kuratoren würdigen. Der Fokus liegt auf den Akteuren, die von der traditionellen Berichterstattung kaum oder gar nicht wahrgenommen werden. Punktuelle Exkurse zu den Disziplinen des Tanzes, des Theaters oder der Literatur werden unternommen.

 

Wie es zu dem Namen kam? Anfang 2012 gründeten der Künstler Florian Kuhlmann und der Kunstwissenschaftler Emmanuel Mir „perisphere“, ein Kunstblog mit Schwerpunkt auf die deutsche Off-Szene. Der Name sollte eine geistige Sphäre beschreiben, die sich an der Peripherie der etablierten Kunstszene eingenistet hatte. Im Sommer 2014 stieg Mir aus dem Projekt aus, das nun von Kuhlmann allein fortgeführt wird. Gegründet im Mai 2015 ist trylon Mirs neues redaktionelle Projekt und, sozusagen, der Nachbar von perisphere.